Weinanbaugebiete Teil 1

Edle Tropfen im Glas – Weinbau in Rheinland-Pfalz Teil 1

Ein frischer, leichter Weißwein ist jetzt im Sommer ein köstlicher Genuss. Besonders gut schmeckt so ein edler Tropfen, wenn Sie ihn in seiner Heimat trinken – mit Blick auf die Weinberge, in denen die Trauben reifen. Weinliebhaber und alle, die es werden wollen, finden in Rheinland-Pfalz gleich sechs Weinanbaugebiete, in denen das möglich ist. Die schönen Landschaften laden zum Wandern ein, die historischen Altstädte zum Flanieren und die Straußwirtschaften zum Verweilen. In direkter Nähe der Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz gibt es so viel zu entdecken! Wir stellen Ihnen in diesem Beitrag die drei südlichen Weinbaugebiete des Bundeslandes vor. Kommen Sie mit nach Rheinhessen, in die Pfalz und an die Nahe!

Weinhochburg Rheinland-Pfalz: 5 interessante Daten und Fakten

  1. Über 65 % des deutschen Weines werden in den rheinland-pfälzischen Weinanbaugebieten Ahr, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz und Rheinhessen erzeugt.
  2. Im Wappen von Rheinland-Pfalz besteht die Volkskrone aus Weinblättern.
  3. Rund 461 Hektar Rebfläche sind im ganzen Bundesland bestockt – das entspricht der 1,2-fachen Fläche des Bodensees!
  4. Mainz und Rheinhessen sind seit 2008 Mitglied im Great Wine Capitals Global Network und gehören damit zu den berühmtesten Weinstädten und -regionen weltweit.
  5. Die 1935 angelegte Deutsche Weinstraße führt über 85 Kilometer durch die Pfalz: vom Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach bis zum Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim.

Diese Rebsorten sollten Sie kennen

Unterschiedliche Rebsorten sorgen für ein vielfältiges Weinangebot.
Unterschiedliche Rebsorten sorgen für ein vielfältiges Weinangebot.

Riesling

Sie gilt als die wichtigste Rebsorte für den deutschen Wein und hat für Rheinland-Pfalz die mit Abstand größte Bedeutung: Auf 17.777 Hektar wird hier Riesling angebaut. Die Weißweinrebe ist im oberen Rheintal heimisch und wird seit über 600 Jahren kultiviert. Die Trauben lieben steinige Steilhänge in den Flusstälern von Rhein, Mosel und Co. Riesling-Wein schmeckt frisch, ist rassig und elegant, zeichnet sich durch eine fruchtige Säure aus und bringt ein gutes Lagerungspotenzial mit.

 

Müller-Thurgau

Rund 7.312 Hektar sind in Rheinland-Pfalz mit Müller-Thurgau bestockt, der hier auch als Rivaner bekannt ist. Die weiße Rebsorte wurde Ende des 19. Jahrhunderts im weltbekannten Weinforschungsinstitut in Geisenheim im Rheingau gezüchtet, ein Elternteil ist der Riesling. Müller-Thurgau stellt vergleichsweise geringe Ansprüche an den Boden und die Lage. Die Rivaner-Weine besitzen wenig Säure, sind süffig und verfügen oft über muskierte Noten. Sie erreichen ihre Trinkreife früh und sollten mit Ausnahme von Prädikatsweinen nicht zu lange gelagert werden.

 

Dornfelder

Beim Dornfelder handelt es sich um die bedeutendste rote Rebsorte im „Weißweinland“ Rheinland-Pfalz. Sie wurde erst 1955 neu gezüchtet und ist somit noch jung. Die Trauben gedeihen auf 6.940 Hektar und werden als farbintensive Rotweine, aber auch als Rosés und sogar als helle Schaumweine gekeltert. Der moderaten Säure steht ein kräftiges Tanningerüst gegenüber. Dornfelder-Wein schmeckt fruchtig und ist sehr gut für den Ausbau im Barrique geeignet.

Rheinhessen

Entspannte Radtouren entlang des Rheins in den Weinbergen Rheinhessens. © Dominik Ketz
Entspannte Radtouren entlang des Rheins in den Weinbergen Rheinhessens. © Dominik Ketz

Rheinhessen ist mit 26.948 Hektar das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Es liegt im Städtedreieck Bingen-Mainz-Worms linksrheinisch und befindet sich damit komplett in Rheinland-Pfalz. Offiziell wird Rheinhessen in drei Bereiche, 23 Großlagen und 414 Einzellagen unterteilt. Etwa 3.000 Winzer erzeugen hier jedes Jahr 2,5 Mio. Hektoliter Wein. Das Sortenspektrum ist exemplarisch für das gesamte Bundesland: 72 % der Rebfläche sind mit Weißweinreben bestockt.

 

Riesling fällt die größte Bedeutung zu, weit abgeschlagen folgt Müller-Thurgau und auf Platz 3 liegt Dornfelder. Zu den 10 bedeutendsten Sorten gehören zudem Grauburgunder, Spätburgunder und Silvaner. Neben dem Riesling ist vor allem letztgenannte für exzellente Qualitäten berühmt. Die Orte Nackenheim, Nierstein und Oppenheim sind Zentren des Weißweinanbaus, während Rotwein vor allem im Wonnegau sowie um Ingelheim erzeugt wird.

 

Die besten Ausgangspunkte für Ihren Ausflug in die Weinberge Rheinhessens sind

Pfalz

Abwechslungsreiche Weinbergswanderungen gibt es in ganz Rheinland-Pfalz. © Dominik Ketz
Abwechslungsreiche Weinbergswanderungen gibt es in ganz Rheinland-Pfalz. © Dominik Ketz

Das Weinanbaugebiet Pfalz liegt in der gleichnamigen Region und kommt auf 23.400 Hektar. Es ist damit das zweitgrößte in Deutschland. Im Norden grenzt es an Rheinhessen, im Süden an die französische Grenze. Mitten hindurch führt die Deutsche Weinstraße, entlang der Orte Bad Bergzabern mit der Südpfalz-Jugendherberge sowie Neustadt mit der Pfalz-Jugendherberge.

 

In der Pfalz gibt es zwei Bereiche, 25 Großlagen und 325 Einzellagen. Rund 3.600 Winzerbetriebe produzieren bis zu 2,5 Mio. Hektoliter Wein. Der Riesling ist auch hier schon lange führend, mehr als ein Fünftel der Rebfläche ist für ihn vorgesehen. Müller-Thurgau und Kerner folgen mit großem Abstand. Mit 40 Prozent Anteil am Gesamtanbau dürfen aber auch die Rotweinsorten nicht vergessen werden. Neben Dornfelder sind Blauer Portugieser und Spätburgunder erwähnenswert.

 

Möchten Sie die Weingüter der Pfalz erkunden, finden Sie in der ganzen Region moderne Jugendherbergen als Übernachtungsmöglichkeiten:

Nahe

Zur Weinlese im Herbst erstrahlen die Weinberge in einer wunderschönen Farbenpracht. © Haltner
Zur Weinlese im Herbst erstrahlen die Weinberge in einer wunderschönen Farbenpracht. © Haltner

Ein Bereich, sechs Großlagen und 313 Einzellagen auf 4.239 Hektar – das ist das Weinanbaugebiet Nahe. Es folgt dem Verlauf des gleichnamigen Flusses von der Mündung in den Rhein bis kurz vor Kirn; östlich schließt sich direkt Rheinhessen an. Auch die Täler von Alsenz, Glan, Gräfenbach und Guldenbach gehören zu der Weinregion, in der schon die Römer vor 2.000 Jahren Weinreben kultivierten. Hier gibt es mehr als 180 verschiedene Bodenformationen, was die Nahe zum deutschen Weinanbaugebiet mit der größten Boden- und einer beeindruckenden Geschmacksvielfalt macht.

 

Die größten Städte sind Bad Sobernheim und Bad Kreuznach, wo sich die Nahetal-Jugendherberge befindet. Die Rebflächen der Nahe werden zu 75 % von Weißweinsorten dominiert. Riesling nimmt beinahe ein Drittel davon ein. Neben Müller-Thurgau und Dornfelder haben auch Grauburgunder, Weißer Burgunder und Silvaner eine gewisse Bedeutung. Interessant zu wissen: Die Nahe wurde erst 1971 zum eigenständigen Weinanbaugebiet – zuvor vermarkteten die Winzer ihre edlen Tropfen als Rheinweine.

Was können Familien in den Weinanbaugebieten in Rheinland-Pfalz erleben?

Die Weinanbaugebiete im südlichen Rheinland-Pfalz sind für die ganze Familie schöne Urlaubs- und Ausflugsziele, denn hier wartet der besondere kulinarische Genuss. In den saisonal geöffneten Straußwirtschaften, die von den Winzerfamilien selbst betrieben werden, kommen nicht nur Weinkenner, sondern auch die Kleinsten auf ihre Kosten – mit süßem Traubensaft. Beim Gutsausschank sowie auf kleinen Hof- und Weinfesten direkt im Weingut gibt es viel zu erleben und über den Wein zu lernen.

Regionale Weingüter bieten urige Weinfeste und Weinproben direkt beim Erzeuger. © Haltner
Regionale Weingüter bieten urige Weinfeste und Weinproben direkt beim Erzeuger. © Haltner

Schnüren Sie die Wanderschuhe oder schwingen Sie sich aufs Rad, denn die Weinberge locken mit schönen Ausblicken. Oder besuchen Sie die historischen Altstädte, die seit Jahrhunderten die wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Region bilden. Die Weinanbaugebiete in Rheinland-Pfalz sind immer eine Reise wert, nicht nur im September zur Lese der Trauben!

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